Ein Unternehmen ist, wenn man es richtig macht, zahlengetrieben: Kosten, Investitionen, Umsatz und Einnahmen. Nur sind Zahlen leider ziemlich ungeeignet, wenn es um Menschen geht. Um die Menschen, die den Profit erwirtschaften. Klar, die Kundenzufriedenheit wird gemessen. Was aber ist mit der Mitarbeiterzufriedenheit? Und was mit den Maßnahmen zur Verbesserung eben selbiger? Der menschliche Faktor in einem Unternehmen lässt sich nur in zarten Ansätzen quantifizieren und wird daher allzu oft komplett vernachlässigt.

Wie viel kostet eine feindselige Stimmung in einem Unternehmen? Wie hoch ist der ROI durch Innovationen, weil Mitarbeiter engagiert sind? Die multikausalen Ursachen und damit die Überkomplexität dieser Fragestellungen machen den Faktor Mensch oftmals zur Blackbox. Ja, es hat sicher einen Einfluss, aber welchen, und wie der zustande kommt – das ist schwer fassbar und oft unbekannt. Wie sollte man das auch herausfinden, ohne gleich eine ganze Universität mit der Beantwortung dieser Frage zu beauftragen?

Führungskräfte sind Ökonomen, keine Soziologen

Statt sich dieser Problematik zu stellen, überlässt man die Antworten auf diese Fragen den jeweiligen Führungskräften, die entweder intuitiv und aus ihrer Persönlichkeit heraus reagieren oder eben nicht. Da man aber nicht von jeder Führungskraft ein Soziologie- oder Psychologiestudium erwarten kann, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sie mit dieser Aufgabe überfordert sind. Zur Erinnerung: Es geht um nicht weniger als Engagement, Innovation, Orientierung – kurz die Übersetzung der Unternehmensstrategie in menschliche Belange.

Kümmern Sie sich um Ihre Mitarbeiter und Ihre Mitarbeiter kümmern sich um ihre Kunden

Sie wollen Kundenorientierung? Das ist Orientierung am Menschen, der Ihr Kunde ist. Mitarbeiter, an denen man sich nicht orientiert, werden nur schwer in der Lage oder willens sein, ihr Handeln am Kunden auszurichten. Wenn Ihr Geschäftsmodell von Innovation abhängt, braucht es einen freien und sorglosen Austausch von Gedanken, braucht es Spielerei und Leichtigkeit.

Die Frage ist: Haben alle verstanden, was sie sollen; was sie dürfen? Steht vielleicht etwas Strukturelles Ihren Plänen im Weg, wovon Sie nichts wissen? Kämpfen einzelne Abteilungen gegeneinander und nicht gemeinsam für einen besseren Mitarbeiterservice? Und da sind wir wieder bei der Blackbox.

Öffnen Sie die Blackbox

Es gibt Mittel und Wege, die Blackbox zu öffnen. Das kostet Geld und Arbeit. Dafür muss man sich dem Menschlichen im Unternehmen stellen, genau dem Teil, den man nicht einfach anordnen kann. Dafür gibt es kein ISO-Zertifikat, keine Norm nach DIN. Trotzdem ist es nicht aussichtslos und muss angepackt werden. Wenn nicht aus eigener Kraft, dann mit Hilfe von außen. Auf jeden Fall mit Mut. Es lohnt sich.

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